Fast jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr, 13 Prozent sogar mehr als zweimal (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Oktober 2026). Im Jahr 2023 starben in Deutschland rund 20.800 Menschen an den Folgen eines Sturzes, die allermeisten älter als 75 (Statistisches Bundesamt, Todesursachenstatistik). Ein Sturz ist der häufigste Grund, warum aus „Ich komme noch zurecht“ plötzlich Pflegebedürftigkeit wird.
Die gute Nachricht: Stürze lassen sich verhindern. Nicht mit Glück, sondern mit Kraft, Gleichgewicht und einem Blick auf die Wohnung.
Drei Übungen für jeden Tag
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining, mindestens zwei- bis dreimal pro Woche über mindestens drei Monate. Unsere drei Übungen sind an das Programm „Gleichgewicht und Kraft“ angelehnt. Sie brauchen nur einen stabilen Stuhl und die Arbeitsplatte in der Küche. Wir machen gern mit.
- Aufstehen. Vorn auf den Stuhl setzen. Leicht vorbeugen, aufstehen und langsam wieder setzen. Fünfmal, später zehnmal.
- Fersen heben. Beide Hände an die Arbeitsplatte. Langsam auf die Zehenspitzen, kurz halten, langsam zurück. Zehnmal.
- Seitwärts gehen. Beide Hände an die Arbeitsplatte. Kleine Schritte zur Seite und wieder zurück. Zehn Schritte hin, zehn zurück.
Sicherheit zuerst: Stuhl ohne Rollen, mit der Lehne an der Wand. Feste Schuhe. Festhalten ist ausdrücklich erlaubt. Bei Schmerzen oder Schwindel sofort aufhören. Wer unsicher auf den Beinen ist, spricht vorher mit der Hausarztpraxis. Die Übungen ersetzen keine ärztliche Beratung und keine Physiotherapie.
Ein zweiter Rat des Instituts wird oft übersehen: der Medikamentencheck. Schlaf- und Beruhigungsmittel schwächen Muskelkraft und Gleichgewicht. Fragen Sie in der Praxis oder Apotheke, ob alles noch nötig ist.
Vier Tipps fürs Bad
Nasse Fliesen, glatte Wanne, kalter Boden: Im Bad passiert ein großer Teil der Stürze zu Hause. Vier einfache Dinge machen es sicherer.
- Licht an. Immer, bevor Sie ins Bad gehen – nachts auch im Flur. Ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder kostet wenig.
- Feste Hausschuhe. Hinten geschlossen, keine Schlappen.
- Haltegriff statt Handtuchhalter. Halt gibt nur, was dafür gebaut ist. Haltegriffe und Duschhocker sind Pflegehilfsmittel, nach denen Sie bei Pflege- oder Krankenkasse fragen können.
- Badematte mit rutschfester Unterseite – oder gar keine. Eine lose Matte ist gefährlicher als kein Teppich.
Der Boden macht den Unterschied
Alles andere hilft wenig, wenn der Boden selbst glatt ist. Rutschfest 365, unser Schwesterunternehmen, macht Dusche, Wanne und Fliesen dauerhaft rutschhemmend – unsichtbar, ohne Umbau, an einem Tag. Wer einen Pflegegrad hat, kann dafür bei der Pflegekasse einen Zuschuss beantragen: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds, bereits ab Pflegegrad 1 (§ 40 Abs. 4 SGB XI, Stand 2026). Wichtig ist die Reihenfolge: erst Kostenvoranschlag und Antrag, dann Umbau.
Seit 2026 haben Pflegebedürftige zu Hause außerdem Anspruch auf eine Präventionsberatung ihrer Pflegekasse, zu der ausdrücklich die Sturzvorbeugung gehört. Nutzen Sie das.
Was wir dabei übernehmen
Vorbeugen ist bei uns kein Extra, sondern Teil jedes Einsatzes – bei dreimal drei Stunden pro Woche zum Beispiel so:
- 10 Minuten Übungen zu Beginn jedes Einsatzes, gemeinsam an der Arbeitsplatte.
- 1 Stunde Haushalt mit Blick auf Stolperfallen – Teppichkanten, Kabel, lose Matten, schlechte Lampen. Wir räumen weg, was gefährlich ist, und sagen Bescheid, was fehlt.
- 1 Stunde Einkauf und Treppen – wir tragen, Sie gehen sicher nebenher.
- 1 Stunde Bewegung draußen – ein Spaziergang mit Begleitung, bei Bedarf mit Gehhilfe.
Dazu: genug trinken (Flüssigkeitsmangel macht schwindelig), Begleitung zur Physiotherapie, Kontakt zu Sanitätshaus oder Rutschfest 365 und Hilfe beim Zuschussantrag bei der Pflegekasse.


